Wofür steht NLP ?

Unter einem Video von mir stand vor wenigen Monaten die Frage „Wofür steht NLP? Also die Buchstaben konkret?“

Eine gute Frage, auf die viel zu selten eingegangen wird.

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Ich möchte hierauf kurz eingehen. Denn wenn man die drei Buchstaben gut verstanden hat, hat man eine gute Basis, NLP auch zu verstehen.

Das N in NLP steht für Neuro. Erst nach NLP kamen die Neurowissenschaften in Mode. Neuron kommt aus dem altgrichischen un mit einem Neuron ist eine Nervenzelle gemeint. Ein Neuron ist eine au Erregungsleitung oder Erregungsübertragung spezialisierte Zelle. Die Gesamtheit aller Nervenzellen bildet unser Nervensystem. Unser Nervensystem überträgt Informationen und Steuerungsimpulse durch unseren ganzen Körper.

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Unser Gehirn besteht aus ca 100 Milliarden Nervenzellen. Diese sehr stark vernetzen Neuronen bilden unseren Informationsspeicher und Denkzentrum. Seine Tätigkeit kann durch die Messung der Gehirnströme -also Stromflüsse entlang der Nervenbahnen im Gehirn - und mit der Magnetoenzephalographie (MEG) beobachtet werden.

ESB Professional/Shutterstock.com

Jede Information wird als eine Nervenbahn im Gehirn abgelegt. Somit führt jedes Lernen und jede Veränderung zu einer Veränderung des Nervenbahngeflechtes. Die Physikalischen Verbindungen im Gehirn sind das, was die Software in Computern ist.

Und schon sind wir beim P in NLP…das L überspringen wir mal kurz.

Jede Software wird programmiert. Genau wie unser Gehirn auch. Jede Information, jeder Gedanke, führt zu einer Veränderung des Nervegeflechtes oder ist das Ergebnis des Nervengeflechtes. Jede Erfahrung ist wie eine Programmierung von außen. Wie legen die Erfahrung im Gehirn ab, und jede neue Erfahrung wird mit den gespeicherten Erfahrungen in Gehirn verglichen….das passiert unbewusst.

Als wir vielleicht damals auf eine heiße Herdplatte gepackt haben, wurde diese Erfahrung im Gehirn gespeichert. Und da diese Erfahrung mit starken gefühlen verbunden war - Schmerzen - wurde sie sehr intensiv mit vielen Nervenbahnen gespeichert.

Als wir das erste mal Liebeskummer hatten, wurde diese Erfahrung mit allen dazugehörigen Informationen abgespeichert, und auch diese Erfahrung - da sie mit sehr starken Gefühlen verbunden war - wurde sehr stark mit vielen Nervenbahnen gespeichert. Und bei jeder neuen Liebe - oder dem Anflug von Liebe - vergleichen wir dieses Gefühl mit der Erfahrung von damals. Und wenn es viele Ähnlichkeiten gibt, dann warnt uns unser Gehirn und wir lassen uns vielleicht nicht darauf ein.

Oder wir wurden mal in der Schule vor der Tafel bloßgestellt. Diese Erfahrung wird physikalisch in unserem Gehirn durch neue Nervenbahnen manifestiert…Und jedes mal wenn wir in einer ähnlichen Situation sind - wir sollen z.B. Eine Präsentation halten oder vor einer Gruppe was machen - stellt unser Gehirn die Ähnlichkeit zu der Erfahrung damals fest und erzeugt als Warnung den Schmerz von damals.

Es müssen aber nicht immer selbstgemachte Erfahrungen sein. Erfahrungen die wir durch Beobachtung machen - Medien, Eltern, Gesellschaft etc - werden genau so abgespeichert und steuern unsere Gedanken und Handlungen.

Beispielsweisen wenn wir als Kleinkind sehen, wie die eigene Mutter auf eine Spinne reagiert, oder wie sie auf den getrennt lebenden Vater reagiert, lernt ein Kind daraus unbewusst und dadurch wird - wenn keine Umprogrammierung stattfindet - dessen spätere Reaktionen auf Spinnen und Väter/Männer festgezurrt.

Wir werden also dauerhaft von außen programmiert, und dieses Programm steuert, wie wir handeln und denken (Für mich ist Denken auch ein Handeln).

Aber auch intern - also durch selbstständiges Denken und assoziieren, können wir unser Gehirn programmieren.

Durch die obengenannten Gehirnmessungen wurden z.B. Hinweise gefunden, dass das Gehirn beim Lernen nicht großartig zwischen tatsächlichen Erfahrungen und vorgestellten Erfahrungen unterscheidet.

Wenn wir also z.B. Eine Situation mal in den Medien gesehen haben, die nicht schön ist, und wir aus emphatie uns vorstellen, wie es uns gegangen wäre in der Situation, stellen wir uns vor, wie wir diese Erfahrung machen. Für das gehirn ist das wie selbst erlebt, und lernt.

Ich weiss noch, wie ich mit meinem Sohn, der damals 3 jahre jung war, im Auto unterwegs war. Er schlief. Im Autoradio hörte ich von einer Katastrope. Ich weiss nicht mehr genau, ob es ein Flüchtlingsschiff war oder sonst ein Boot, aber ein 3 Jähriger Junge war vom Boot gefallen und vor den Augen des Vaters ertrunken. Der Vater hat es nicht geschafft, den Jungen rauszuholen.

Vor meinem Inneren Auge habe ich die Situation sofort gesehen - aus meinen Augen. Ich habe gesehen, wie mein Sohn ertrank. Das ganze ging nur Bruchteile von Sekunden. Es fühlte sich so echt an, dass ich kurz rangefahren bin. Und auch heute, 6 Jahre später, wenn ich nur an die Situation denke, sehe ich das damals virtuell erlebte genau vor mir. Nein, ich sehe es nicht nur, ich spüre das Wasser, spüre den Wind und den Wellengang, schmecke und rieche das salziege Wasser…..

Es ist für mich so, als hätte ich es erlebt.

Ich habe mich damals vor 6 Jahren programmiert.

Soviel zum P wie programmieren…..jetzt zum L

L steht für linguistisch, also sprachlich.

Die Sprache ist ein wunderbares Mittel, um Menschen (virtuelle) Erlebnisse zu vermitteln. Hierbei ist egal, ob geschrieben oder erzählt. Wir denken in Sprache, wir übermitteln Informationen zum großen Teil durch Sprache. Unsere gesamte Kultur wurde durch Sprache von einer Generation zur anderen weitergegeben. Sprache ist also ein wunderbares Tool, um Menschen zu Programmieren, also die Neuronalen Verbindungen im Gehirn zu verändern.

Und oft sind es die Details der Sprache. Der Austausch einiger unscheinbarer Worte kann dazu führen, dass fast die gleiche Information zu einer anderen Reaktion führt, zu anderen Gefühlen.

Beispiel:

  • „Ich muss heute zur Arbeit gehen“
  • „Ich möchte heute zur Arbeit gehen“
  • „Ich darf heute zur Arbeit gehen“

Wenn Du diesen Satz innerlich aussprichst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du nach jedem Satz anders fühlst und deine Motivation anders ist.

Das Wort „Müssen“ führt oft zu einem Zwanggefühl und somit zum inneren Widerstand. Ersetzen wir das Wort durch „möchten“ oder „dürfen“ kann die Wirkung ganz anders sein.+

BortN66/Shutterstock.com

Oder diese Aussage:

„Deine Arbeit ist gut, aber es gab einige Rechtschreibfehler.“

„Deine Arbeit ist gut, obwohl es einige Rechtschreibfehler hab.“

„Deine Arbeit ist gut und es gab einige Rechtschreibfehler.“

Das „aber“ führt dazu, dass der erste Teil des Satzes geringer gewichtet wird. Der Zuhörer wird hauptsächlich eine Kritik hören.

Das „obwohl“ führt dazu, dass der zweite Teil weniger stark gewichtet wird. Der Zuhörer hört hauptsächlich das Lob.

Das „und“ führt dazu, dass beide Teile gleichgewichtet werden.

Jeder dieser Worte kann in der Kommunikation sinnvoll sein. Ich kenne viele NLPler, die das Wort „Aber“ aus ihrem Wortschatz streichen. Ich nutze es, wenn ich den Teil vorher zwar mitteilen will, aber nicht will dass der Zuhörer dem zu viel Bedeutung gibt.

So, dann fassen wir das ganze mal zusammen:

Im NLP geht es darum, unsere Programmierung - d.h. Die Art wie wir auf unsere Umwelt reagieren, zu verändern, und das mit Hilfe der Sprache.

Durch eine geschickte Nutzund der Sprache verändern wir die Neuronalen Strukturen im Gehirn so, wie wir es wollen (oder der Klient) es will.

Wir können uns der andere Motivieren, glücklicher machen oder unerwünschte Verhaltensmuster (Programme) verändern.

NLP bedient sich hierbei aber nicht nur der gesprochenen Sprache. Bilderm Gefühle etc werden stark benutzt, aber auch diese werden durch Sprache erzeugt.

Ich persönlich achte sehr stark darauf, wie ich mit mir selber in meinem Kopf rede und versuche dabei die Sprache so zu nutzen, dass ich stets motiviert bleibe.

In meinen Workshops zeige ich den Teilnehmern Techniken - teilweise nicht nur sprachlich - wie man sich in jeden gewünschten Zustand per Knopfdruck bringen kann..

Letztens hatte ich eine Klientin, da sehr unglücklich war, das das Kribbeln ind er Beziehung mit Ihrem Partner - den sie sehr liebt - verschwunden war. Ich habe dann - mit Ihrer Erlaubnis - mit meiner Sprache das Kribbeln in Ihr wieder erzeugt, und in ihrer Nervenstruktur dieses Kribbeln wieder mit dem Partner verbunden….Sie hatte es danach sehr eilig, nach hause zu ihm zu kommen 🙂 . Und jetzt stellt euch vor, dass jeder selber diese Fähigkeit bei sich hätte.

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder diese Techniken lernen sollte, um nicht mehr einfach nur ein Gehirnbesitzer zu sein, sondern ein Gehirnnutzer. Die Fähigkeit, die Funktionsweise des Gehirnes so zu beeinflussen, dass wir ein glücklicheres und erfolgreicheres Leben haben, sollte Schulwissen sein.

Auf www.enderaysal.de verschenke ich ein ebook, wo ich drei Techniken genau erkläre, mit denen wir uns sehr schnell in einen guten Zustand versetzen können. Denn wenn wir uns schlecht fühlen - wohlmöglich aufgrund eines Problems - sind wir nur eingeschränkt handlungsfähig und uns fehlen die Ressourcen bzw Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen. Erst, wenn wir es schaffen, in einen guten oder entspannten Zustand zu kommen, gehen wir aus dem Tunnelblick raus und sehen die ganzen Möglichkeiten, die uns vorher verborgen waren.

Nich ohne Grund fallen uns die besten Antworten, die uns in Diskussionen nicht zur verfügung standen -auf einem auf der Toilette oder abends im Bett ein, wenn wir entspannt sind. Warte nicht so lange.

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Bis Bald

About the Author Dr. Ender Aysal

Dr. Ender Aysal ist Trainer und Coach mit Schwerpunkten NLP & Hypnose. Seine Leidenschaft ist es, Menschen dabei zu helfen, unnötigen Ballast und Blockaden los zu werden und sich dann das Leben ihrer Träume aufzubauen....sie also zu verENDERn

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